Komponisten wiederentdeckt


Ich bin stets auf der Suche nach Werken von Komponisten, deren Wiederentdeckung sich lohnt. Hier einige Beispiele:

Alphons Diepenbrock (1862-1921): Der holländische Debussy-Zeitgenosse und mit Gustav Mahler befreundete Komponist war Autodidakt - ein herausragendes Beispiel für einen Komponisten, der (dadurch) seine ganz eigene musikalische Sprache gefunden hat (150. Geburtstag 2012). Vor allem seine Orchesterlieder suchen ihresgleichen. Der künstlerische Leiter des Münchner Rundfunkorchesters, Ulf Schirmer, nimmt auf meine Anregung hin im Oktober 2012 bereits zum dritten Mal ein Werk Diepenbrocks in seine Reihe “Paradisi Gloria” ins Programm, absolut hörenswert und unvergleichlich! Ich habe in den letzten Jahren mehrere deutsche Erstaufführungen von Werken Diepenbrocks dirigiert.

Franz Danzi (1763-1826): Im Jahr 2013 gilt es, den 250. Geburtstag von Franz Danzi zu feiern. Im April 2012 wurde in Stuttgart seine Oper “Der Berggeist” 199 Jahre nach seiner Uraufführung in Karlsruhe 1813 konzertant wiederaufgeführt (Frieder Bernius); ich war eingeladen, den Einführungsvortrag zu halten. Rechtzeitig zu diesem Jubiläum wird dieser Konzertmitschnitt 2013 auf CD erscheinen. Unabhängig von dieser Aufführung bin ich vor einigen Jahren selbst auf dieses Werk gestoßen und habe eine Partitur erstellt. Danzi, der eng mit Carl Maria von Weber befreundet war, hat hier ein Werk geschrieben, das man als “kleinen Bruder” des “Freischütz” bezeichnen könnte, Musik, die einen „weißen Fleck auf der musikalischen Landkarte schließt“. Der bedeutende Weberforscher John Warrack hält es für kaum denkbar, dass Weber dieses Werk nicht gekannt haben sollte (siehe “Mein Musikalien - Editionen”). Für nähere Informationen stehe ich gerne zur Verfügung.

Joseph Schmitt (1734-1791): In Gernsheim am Rhein geboren, in Amsterdam gestorben, wo er als anerkannter Dirigent, Komponist und Musikverleger in eigenem Verlag arbeitete. Ich selbst bin in Gernsheim aufgewachsen, habe dort mein Abitur gemacht, Schmitt irgendwann „entdeckt“ und war überrascht über die Qualität seiner Sinfonien, deren Drucke sich in vielen Bibliotheken Europas finden. Einige dieser Sinfonien habe ich neu ediert und bereits aufgeführt (siehe “Mein Musikalien - Editionen”).

Bernhard Sekles (1872-1934): Den Frankfurter Konservatoriumsdirektor und Lehrer von Paul Hindemith habe ich bereits im Studium entdeckt. Lieder, Kammermusik, Orchesterwerke und Opern sind ihm aus der Feder geflossen. Aus meiner Feder floss vor einigen Jahren eine Biografie über Sekles, die 2005 im Verlag Karl Dieter Wagner erschienen ist. Das Buch ist leider nicht mehr käuflich erhältlich, die größeren Musikbibliotheken haben es aber meist im Bestand. Auf meine Anregung hin führte das Opernhaus Halle im November 2013 seine Oper SCHEHERAZADE szenisch auf. Es gab außerdem ein Symposium, zu dem ich als Sekles-Biograf eingeladen war.