- nach über 100 Jahren führen wir erstmals wieder "L'Ancetre" von

Camille Saint-Saens auf

- das Stück habe ich vorgeschlagen; ich habe es schon in Studientagen

"entdeckt" und trage es seitdem mit mir...

- jetzt passt es sehr gut für unsere Studierenden; Hans-Jürgen Drescher und

Markus Thiel im Merkur greifen in Bezug auf mich Klaus Zeheleins Wort auf, dass ich ein "musikalisches Trüffelschwein" sei - ich empfinde das als eine Art Ehrentitel...

- das Münchner Rundfunkorchester und die Sänger leisten Hervorragendes,

gutes "Rollenfutter"; wir haben einen grandiosen Projektchor!

- Eva-Maria Höckmayrs Regie und Ausstattung finden eine überhöhte Sprache,

fern jeglichen Realismus', die das archaische und allgemeingültige Moment des Stückes sehr schön herausarbeitet

- für mich ist es ein Stück über Versöhnung

- natürlich bleibt zu hoffen, dass auch andere Opernhäuser dieses Stück

entdecken; Dauer: 90 Minuten = Spielfilmlänge

- Saint-Saens bezeichnete die Musik des 2. Aktes als das Beste, was er

bis dahin komponiert habe, und wenn es von Puccini oder Mascagni wäre, man es nach der Uraufführung auf allen Opernbühnen der Welt spielen würde...

- alle Aufführungen sind gut besucht, was bei solch einem unbekannten Stück

nicht selbstverständlich ist. Die Leute scheinen neugierig zu sein!

- Die Presse bezeichnet unsere Ausgrabung als "ohne Einschränkungen

gelungene Aufführung" und "wie aus einem Guss". Roland Dippel schreibt in "Kunst und Technik" online: "Also kein Naturalismus, keine Vergötterung Bayreuths, dafür kritische Distanz zu Imitationen vergangener Epochenmerkmale und eine äußerst maßhaltende Dosierung von musikalischem Kolorit. „L’Ancètre“ besticht in nur neunzig Minuten Spieldauer mit einer an den Tugenden der französischen Vokalmusik gewachsenen Verfeinerung: Sehr gekonnte Melodienerfindung, eine apart an Berlioz geschulte Instrumentation und insgesamt gewinnende, homogene Faktur. (...) Das wirkt absolut konform mit der klassizistisch distanzierten Komposition: Diese Klangtableaus mit ganz feinen Pinselstrichen widersetzen sich der Kategorisierung zu einem der modischen Genres der Entstehungsjahre. Letztlich also episches Musiktheater, weil der in seiner Klarheit noble Saint-Saens keine groben Attacken auf die Emotionen seines Publikums vorhatte. Insofern ist nicht nur die Entdeckung dieser ganz besonderen Oper voll gelungen, sondern auch die alle Vorzüge des Werks herauskristallisierende Ökonomie ihrer Realisierung: Eine erstklassige Musiktheater-Produktion."